Hamburger Behörde lenkt im Limonadenstreit ein


Im Streit um den zu geringen Zuckergehalt einer Limonade des Hamburger Herstellers Lemonaid lenken die Behörden ein. Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte werde die Limonade vorerst nicht beanstanden, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit. Ein Fachamt des Bezirks hatte Lemonaid abgemahnt, weil eine Limonadensorte des Szene-Herstellers nicht den vorgeschriebenen Mindestzuckergehalt von sieben Prozent enthalte und somit gegen die Leitsätze für Erfrischungsgetränke verstoße. Dem Hersteller wurde angeraten, entweder das Produkt umzubenennen oder den Zuckergehalt heraufzusetzen.

Ankündigung von Senatorin


Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, „dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden“. Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, „sondern der Normalfall sein“.

Verbraucherschützer fordern neue Leitsätze


Auch Verbraucherschützer fordern neue Leitsätze für Produkte wie Lemonaid. Es sei nicht mehr zeitgemäß, Mindestmengen für Zucker festzulegen, sagte Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Niemand brauche hohe Zuckeranteile in Limonadengetränken. Die Leitsätze für Lebensmittel stehen im Deutschen Lebensmittelbuch und haben keine Gesetzeskraft, aber eine hohe Bindewirkung. In der Lebensmittelbuch-Kommission sind Wirtschaft, Wissenschaft, Verbraucher und Lebensmittelüberwachung vertreten. Sie soll für Klarheit und Wahrheit bei Lebensmitteln sorgen und Verbraucher vor Irreführung und Täuschung schützen.


Quelle: dpa

Limonade aus Hamburg
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