Sohn zu Tode geprügelt?

 

Prozessauftakt am Landgericht Osnabrück


Weil er seinen vier Tage alten Sohn zu Tode geprügelt haben soll, muss sich seit diesem Mittwoch ein 25 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, das Kind misshandelt und geschlagen zu haben. Die Mutter soll davon nichts mitbekommen haben. Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte die Tat ein. Aus Panik heraus habe er seinem Kind mit der flachen Hand gegen den Kopf geschlagen.

Mit schwersten Verletzungen war der kleine Junge in das Krankenhaus gekommen, das er erst wenige Stunden zuvor nach seiner Geburt verlassen hatte. Einige Tage später starb der Kleine dann.

Angebliche Beißattacke


Der Vater, ein Deutscher, hatte zunächst behauptet, ein Hund habe den Jungen schwer verletzt. Die Polizei hatte danach auch nach Zeugen gesucht, die eine angebliche Beißattacke auf das Kind auf einer Wiese beobachtet hatten. Einen Tag später stand für die Ermittler dann aber fest, dass das Kind keine Bisswunden erlitten hatte, sondern geschlagen wurde.

Jugendamt war informiert


In der polizeilichen Vernehmung hatte der Vater laut Staatsanwaltschaft erklärt, dass er das schreiende Kind habe ruhig stellen wollen. Schon während der Schwangerschaft hatte das Osnabrücker Jugendamt Hinweise auf die Familie bekommen. Die Stadt hatte nach eigenen Angaben Angebote zur Unterstützung gemacht, die Eltern seien sehr kooperativ gewesen und wollten sich nach der Geburt beim Jugendamt melden.

Bis Mitte Januar sind für den Prozess sieben Fortsetzungstermine anberaumt.

Vom Prozessauftakt berichtet auch unser Reporter Roland Rickelmann im Video.


Quellen: RTL Nord, dpa

Prozess am Landgericht Osnabrück
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