Mehr Passagiere fliegen vom Flughafen Hannover


dpa - Niedersachsens größter Flughafen ist bei Reisenden beliebter geworden. Im ersten Halbjahr steigerte der Hannover Airport die Zahl seiner Fluggäste zwischen Januar und Juni nach eigenen Angaben um 7,8 Prozent auf 2,76 Millionen Passagiere - das sind mehr als der Flughafen Bremen im gesamten Vorjahr verbuchte (2,5 Millionen Passagiere). Hannover lag nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) in den ersten fünf Monaten über der durchschnittlichen Zuwachsrate der 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen von 2,3 Prozent.

Das erste Halbjahr war ohnehin das verkehrsreichste in der Geschichte der Deutschen Flugsicherung (DFS): Bis Ende Juni gab es im deutschen Luftraum 1,59 Millionen kontrollierte Flüge. «Verkehrsreichster Tag war der 29. Juni - an diesem Tag wurden insgesamt 11 015 kontrollierte Flüge im deutschen Luftraum gezählt», heißt es vom DFS.

Der Luftraum über Europa ist in der Hochsaison oft überlastet und der Flughafen Hannover hat eine bundesweit seltene Genehmigung zur 24-Stunden-Öffnung. Deshalb führen Flugverspätungen und Nachtflugverbote an vielen Flughäfen nachts oft zu Ausweichlandungen in Hannover.

Nach jüngsten Behörden-Daten hat die Zahl der Nachtflüge in Deutschland im Vorjahr bereits einen neuen Rekordstand erreicht. «Unsere 24-Stunden-Betriebsgenehmigung wirkt sich natürlich auch positiv auf die Zahlen im 1. Halbjahr aus», sagte eine Flughafensprecherin.

Einem bundesweiten Trend konnte der Flughafen allerdings nicht entgehen: Insgesamt gesehen hat der innerdeutsche Flugverkehr vor dem Hintergrund der Air-Berlin-Pleite an Dynamik eingebüßt. Das in diesem Jahr verminderte Kapazitätsangebot auf den innerdeutschen Strecken und auch Flugstreichungen durch Unwetter wirkten sich an vielen deutschen Standorten negativ aus.

Nach ADV-Angaben hatte der Flughafen Hannover so in den ersten fünf Monaten auf den innerdeutschen Strecken mit 438 124 Fluggästen 2,4 Prozent weniger Passagiere als im Jahr zuvor. Ähnlich sah es in Hamburg aus (-3,4 Prozent). Dagegen konnte der Airport Bremen (plus 1,9 Prozent) auf diesen Strecken ebenso wie Münster/Osnabrück (plus 2,0 Prozent) zulegen. Der Flughafen Bremen hat wie viele andere deutsche Flughäfen auch Nachtflugbeschränkungen. Bei der Zahl der abgefertigten Passagiere sieht sich der Airport mit 960 556 Fluggästen bis Ende Mai (plus 6,3 Prozent) auf Kurs.

Die über den Stadtstaat abgewickelte Luftfracht knickte in dem Zeitraum nach ADV-Angaben um 15,5 Prozent auf 239 Tonnen ein. Zum Vergleich: In Hannover waren es in der gleichen Spanne mit 7,6 Tonnen 0,8 Prozent weniger. In der für Norddeutschland ebenfalls wichtigen Luftverkehrs-Drehscheibe Münster/Osnabrück fiel der Rückgang mit minus 42 Prozent noch stärker aus - allerdings wurden dort nur 29 Tonnen Luftfracht abgefertigt. Bei den Passagieren dagegen verzeichnete der Flughafen Münster/Osnabrück mit 284 972 Passagieren - anders als Hamburg - ein leichtes Plus von 2,7 Prozent. Hamburg registrierte nach ADV-Angaben mit 6,52 Millionen Flugreisenden ein Minus von 1,3 Prozent.

Alle vier Luftverkehrs-Drehscheiben kompensierten die nachlassende Dynamik auf den innerdeutschen Strecken mit einem Zuwachs auf den Strecken außerhalb Europas. In Hannover betrug er zwischen Januar und Mai 53,4 Prozent (156 316 Passagiere), in Bremen 168,1 Prozent (37 037), in Hamburg 23,1 Prozent (327 687) und in Münster/Osnabrück 43,9 (41 307).

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