Ein Sarg Marke „Eigenbau“


In einem Workshop in Ahrensburg zimmern Teilnehmer ihre letzte Ruhestätte

 

Können Sie sich vorstellen Ihren Sarg selber zu bauen? Diese Idee mag zunächst etwas unheimlich klingen und stammt ursprünglich aus Neuseeland, aber im schleswig-holsteinischen Ahrensburg ist genau dies möglich.

Eine Altenpflegerin fand die Beerdigungen, die sie besuchte, zu unpersönlich. Deshalb gründete sie einen Workshop, in dem die Teilnehmer ihr letztes Haus selbst bauen und designen können.

 

Für den Tod schrauben und dabei übers Leben sprechen

 

Unter Anleitung eines Tischlers wird in einem Ahrensburger Baumarkt konzentriert am jeweiligen Modell aus Fichtenholz  gemessen, gesägt und gefeilt - mal sehr akkurat, mal etwas weniger hundertprozentig.

Beim Heimwerken können dabei alle ganz nebenbei über das Sterben und den Tod sprechen, denn die Beweggründe hier mitzumachen sind sehr unterschiedlich. Neben einer an Krebs erkrankten 75-Jährigen, die sich damit ihre Endlichkeit vor Augen führt: „Jetzt bau ich mir meinen Sarg und dann ist alles ok“, schraubt hier ein gesunder 17-Jähriger an einer morbiden Requisite für sein Theaterprojekt.

250 Euro kostet so ein Sarg Marke „Eigenbau“, den die Teilnehmer schon nach sechs Abenden mit nach Hause nehmen können. Dort können die Holzkästen bis zu seiner endgültigen Verwendung vielfältig genutzt werden. "Wir wollen die als Bänke nehmen“, so ein teilnehmendes Ehepaar. Alle Hobby-Handwerker geben ihrem  finalen Eigenheim nahezu liebevoll den letzten Schliff und sprechen dabei mal fröhlich, mal nachdenklich über den Tod.

 

Unsere Reporter Saskia Sieprath und Katharina Steinhöfel haben sich den Sargbaukurs, der von einem Hospiz ausgerichtet wird, einmal näher angeschaut.

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