70 Jahre Kampf um Aufmerksamkeit


Südschleswigscher Wählerverband und die Meilensteine seiner Politik

 

Der Südschleswigsche Wählerverband, besser bekannt als SSW, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Am Freitagnachmittag feiert die Minderheitenpartei ihr 70-jähriges Jubiläum in Süderbrarup.

Die Geschichte der Partei, die es nur in Schleswig-Holstein gibt, hat einige Meilensteine zu bieten. Außerdem gibt es eine Eigenart, die sonst keine andere Partei in Schleswig-Holstein pflegt, denn der Vorsitzende Flemming Mayer spricht in den Büros vor allem Dänisch. „Wir haben ein unheimlich gutes Verhältnis hier im Grenzland und da können wir dann auch vorbildlich in Europa zeigen, wie wichtig das ist, dass Mehrheit und Minderheit ordentlich miteinander leben können“, so Meyer. Er führt seit 13 Jahren den Vorsitz der Minderheitenpartei.

 

Schwierige Historie: Als die Dänen ihr Land verlieren

 

Aber gut miteinander leben können, das war nicht immer so, dass zeigt die Geschichte. Bis 1864 gehörte Südschleswig zu Dänemark. Danach verloren die Dänen die Region an Deutschland - bis 82 Jahre später die Dänen das Stück Land zurück haben wollten. Um dafür zu kämpfen, gründete sich 1946 der "Südschleswigscher Verein", kurz SSF. Seine Mitglieder gehörten alle zur dänischen Minderheit. Sprich: Dänen aus Südschleswig. Die britischen Besatzer wollten deren Forderungen aber nicht anerkennen.

"Wenn der SSF weiter politisch aktiv sein sollte, verlangte man ganz klar, dass man diesen Wunsch 'Zurück nach Däne-mark!' nicht mehr führen durfte, man verlangte ganz klar, dass man keine seperatistischen Gedanken haben durfte", sagt Flemming Meyer.

So entsteht 1948 aus dem Verein SSF die Partei SSW. Nur ein Jahr später stellt die Partei mit Hermann Clausen sogar einen Bundestagsabgeordneten.

Damit die dänische Minderheit bei der Landtagswahl sicher ins Parlament einziehen kann, wird der SSW als einzige Partei sogar von der 5-Prozent-Klausel.

Unser Reporter Rune Weichert nimmt Sie im Video mit auf die Zeitreise.

Südschleswigscher Wählerverband und die Meilensteine seiner Politik
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